Donnerstag, 30. Juni 2022

Eine etwas andere Stadtführung durch Luzern

 

Die Teilnehmenden, die an einer der zwei Stadtführungen, organisiert vom Verein «Abseits Luzern», (www. Abseits-luzern.ch) teilnahmen, haben wahrlich etwas zu erzählen. Unsere Führer,  Marcel und Pit, beide aus der Scene, führten uns durch ein Luzern aus ihrer Sicht und an Orte, die für sie von Bedeutung sind oder waren, wo sie ihren Alltag verbringen oder verbrachten.

Sie erzählten uns Vorkommnisse und Begebenheiten aus Ihrem Leben, erwähnten Stolperfallen, in die sie getappt sind und von ihren Versuchen, wieder ein «normales» Leben zu führen. Sie stellten uns verschiedene Organisationen und Stellen vor, die für sie und andere Personen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, wichtig sind. Unter andern, die Sozial Info Rex, die Fachstelle für Schuldenfragen, die Kulturlegi, die IG Arbeit, die Gassenarbeit, die Traversa, die Wärchbrogg und das alte Gefängnis an der Grabenstrasse, das heute zu einem Hotel umgebaut ist, in dem noch alles, die Türen, die Zellen usw. im Originalzustand erhalten sind. (näheres über die Organisationen im Internet)

Wir erfuhren auch, wie es früher im Vögeligärtli und an der Eisengasse zu und her ging, oder, dass ein Cafè Surprise nicht ein exotisches Getränk ist, sondern ein Kaffee, den man in verschiedenen Restaurants spendieren kann, den nachher Armutsbetroffene unter dem Namen «ein Café Surprise bitte», gratis serviert bekommen. Näheres unter: www.surprise.ngo/angebote/cafesurprise

Wir alle waren von den Orten, den beiden Führern und ihren Erzählungen sehr beeindruckt.

Ich glaube alle Teilnehmenden werden in Zukunft die betroffenen Personen und die Orte mit etwas anderen Augen betrachten und etwas mehr Verständnis für Leute aufbringen, die in diesen Verhältnissen ihr Leben verbringen müssen. Nicht immer, aber meistens steckt dahinter irgend ein tragischer oder vernunftwidriger Zwischenfall, der sie aus dem gewohnten Umfeld geschleudert hat und den sie nicht selber verarbeiten konnten.

Bericht: Paul Ott       Bilder: Peter Fahrni

Donnerstag, 2. Juni 2022

Führung im Röösli-Zoo Rothenburg

Im Vordergrund dieser Besichtigung des vom unlängst verstorbenen Gründers Toni Röösli gegründeten Zoos stand die Absicht, über diesen sich in unserer näheren Umgebung sich befindlichen Tiergarten etwas mehr als bei einem normalen Rundgang zu erfahren.

Einundzwanzig Personen folgten denn auch gespannt den Ausführungen ihres jungen, engagierten Führers Mauro, der mit seinen äusserst interessanten Informationen zu fesseln und Fragen kompetent zu beantworten wusste.

Sie alle wissen nun, dass

  • Riesenschlangen Boa Constrictor bis 21 Jahre alt werden können

  • in einer Erdmännchen-Kolonie eine strikte Aufgabenverteilung herrscht

  • Mantelaffen sich an eine klare Rangordnung zu halten haben

  • Rosapelikane und Pinguine an die Haltung ganz spezielle Anforderungen stellen

  • Im Zoo sieben Angestellte, davon vier ausgebildete Tierpfleger, arbeiten

Erfreulicherweise war auch zu vernehmen, dass Tonis Tochter das Lebenswerk ihres Vaters weiterführen wird. So soll der Zoo, er gehört der Stiftung Toni’s Zoo, weiter ausgebaut und vergrössert werden.

Bericht und Bilder: Maria Felber

Freitag, 20. Mai 2022

 Sicherheit im Alltag - Verhaltensprävention mit der

Luzerner Polizei

28 Damen und Herren haben sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, um an diesem Anlass teilzunehmen, trotz des sehr sonnigen Maiwetters!

 

Roland Jost, Sicherheitsberater der Luzerner Polizei stellte sich und das Korps kurz vor und startete dann mit einer PowerPoint-Präsentation zu den zwei wichtigsten Themen: «Sicherheit im Alltag» und «Mobilität im Alter.

 

Im ersten Teil zeigte er in seinem Referat etliche Fälle auf, wie heute Einbrecher, Betrüger, Taschendiebe usw. vorgehen, um zum Erfolg zu kommen. Er gab uns allen gute und einfache Hinweise zum Verhalten gegenüber solchen Tätern und er empfahl uns, ein gesundes Mass an Misstrauen an den Tag zu legen. Ebenso erhielten wir viel Wissenswertes, wie wir uns gegen allfälligen Karten- und Telefonbetrug, beim Bargeldbezug am Bankautomaten, E-Banking im Internet usw. schützen können.

Beim Thema «Mobilität im Alter» erklärte er anhand eines Videos, wie wir uns zu verhalten haben, wenn wir einen einfachen oder einen zweispurigen Kreisel befahren. In den Zonen 30, wenn nichts signalisiert ist, gilt immer der Rechtvortritt und dies auch für Velofahrer. Er machte uns auch aufmerksam über die neuen Vorschriften ab 01.04.2022 bezüglich Radfahren mit obligatorischem Licht für Velos ab km 25 und wie wir uns ganz besonders in der Dämmerung durch helle oder lichtreflektierende Kleider gegenüber dem Autoverkehr aufmerksam machen können.

Dass er ein absoluter Spezialist und Profi ist, zeigte sich immer wieder, wie er auf die vielen verschiedenen Fragen, die ihm gestellt wurden, auf klar verständliche Art und Weise Antworten lieferte. Einige Teilnehmern stellten Roland Jost nach seinem Referat noch Fragen, die er kompetent und ausführlich beantwortete.

 

Abschliessend waren sich alle einig, dass dieses Referat uns aufgezeigt hat, dass wir im Alter immer wieder sehr aufmerk-sam sein müssen und dass ein gesundes Mass an Misstrauen in der heutigen Zeit sicher am Platze ist!

Bericht: Hans Kiener          Fotos: Peter Fahrni

Donnerstag, 12. Mai

Führung Paul-Gugelmann-Museum

«Paul Guggelmann – der Künstler, der mit seinen poetischen Maschinen zum Lachen, Träumen und Nachdenken anregt», steht als Leitsatz auf dem Prospekt.

Und tatsächlich: Der Besuch dieses Hauses war ein echter Erfolg. Zwei Museumsführer begleiteten uns durch die drei Etagen und erzählten uns mit grosser Begeisterung treffende Geschichten über die entsprechenden Skulpturen.

Im Museum stehen poetische Maschinen, die sich alle in Betrieb setzen lassen. Sie begeistern durch ihre originellen und spontanen Verspieltheiten in ihrer handwerklich vollkommenen Ausführung.

Der ideenreiche, handwerklich begabte und unermüdliche Künstler entstammt einer Arbeiterfamilie. Die erste Maschine erstellte er während seiner Freizeit im Jahr 1963 in Paris, wo der gelernte Schuhdesigner für die Firma Bally ein Kreativstudio aufbaute. Er investierte unzählige Stunden für das Planen, das Modell herstellen und Erarbeiten der Objekte. Sie sind bis auf eine Ausnahme aus Metall angefertigt. Das Gesamtwerk besteht aus zahlreichen Skulpturen in öffentlichen Räumen, den rund vierzig ausgestellten Modellen im Museum und noch einigen Maschinen, die im Keller stehen. All die Gegenstände sind unverkäuflich. Er hat sie der Stiftung vermacht. Er wollte damit nie Geld verdienen. Sie sind alle in seiner Freizeit entstanden. Er hat sich aber auch nur in Ausnahmefällen Material gekauft, sondern auf Trödlermärkten, in Brockenstuben und im Abfall ausgesucht und angeeignet. Das heute so aktuelle Wort Recycling hat er bereits in der damaligen Zeit gelebt.

Bericht: Annette Peter         Fotos: Peter Fahrni

Donnerstag, 28. April

Besuch der Feuerwehr Emmen

Am 28. April 2022 besuchten wir mit 33 Teilnehmenden die Feuerwehr Emmen am Standort Neuenkirchstrasse.

Freundlich wurden wir von Oberleutnant Heinz Mathis begrüsst. Im Theoriesaal konnten wir sehr viel Wissenswertes über die Arbeit und die Organisation der Feuerwehr erfahren. Danach teilten wir uns in drei Gruppe auf. Wir erfuhren von Hauptmann Daniel Müller, Oberleutnant Heinz Mathis und Adjutant Beat Brunner, anschaulich, viel Interessantes und Neues über das Feuerwehrgebäude, die Fahrzeuge und die umfangreichen Spezial- und Sicherheitsausrüstungen.

Im Moment stehen dem Kommandanten, Major Marco Lötscher und seinen 20 Offizieren, 130 Feuerwehrleute zur Verfügung. Sie leisten pro Jahr ungefähr 150 Einsätze und werden über die Einsatzleitzentrale der Luzerner Polizei gezielt aufgeboten. Die Fahrzeuge, unzählige spezielle Geräte und das Hilfsmaterial im Wert von mehreren Millionen Franken, werden von Hauptmann Daniel Müller und Adjutant Beat Brunner mit ihren Teams gewartet und gepflegt, damit sie jederzeit einsatzbereit sind. Oberleutnant Heinz Mathis ist zuständig für die verwaltungstechnischen und organisatorischen Aufgaben.

Neben der Hauptaufgabe der Feuerwehr, Brände zu verhüten und zu bekämpfen, leistet sie Einsätze bei der Rettung von Unfallopfern, bei schwierigen Patiententransporten, bei Tierrettungen, bei Chemieunfällen und leistet Hilfestellung bei Elementarschäden. Der ständige Auftrag der Feuerwehr lautet immer, Sichern, Retten, Halten, Schützen, Bewältigen. Die Prioritäten liegen in der Reihenfolge stets bei den Personenrettungen, der Tierrettung, beim Umweltschäden vermeiden und Sachwerten schützen. Dabei arbeiteten sie eng mit der Polizei, der Gebäudeversicherung Luzern, dem Zivilschutz und der Notfallorganisation des Kantonsspitals zusammen.

Die Feuerwehr Emmen ist nicht nur für das Gemeindegebiet zuständig, sondern leistet auch auf Teilstrecken der A2/A14 und mit der Chemiewehr im ganzen Kanton Luzern und Obwalden Einsätze. Mit dem Hubretter, der eine Arbeitshöhe von 38m erreicht, leisten sie Einsätze in den umliegenden Gemeinden.

Den interessanten Besuch bei der Feuerwehr Emmen beendeten wir im gemütlichen Feuerwehrstübli, mit einem Nussgipfel von der Bäckerei Süesswinkel in Rothenburg, und einem Kaffee, serviert von Heinz Mathis und offeriert von der Seniorendrehscheibe Emmen.

Zum Schluss machte uns Heinz Mathis darauf aufmerksam, dass die Gemeinde Emmen stark am Wachsen ist und auch verschiedene Technologien immer moderner werden. Dies stellt die Feuerwehr vor neue Herausforderungen. Daher wird aktuell die Strategie 2030+ der Feuerwehr Emmen erarbeitet, welche aufzeigt, wie die personelle aber auch die materielle Entwicklung der Feuerwehr Emmen aussehen soll.

Ich bedankte mich bei unseren 3 Führern, Hauptmann Daniel Müller, Oberleutnant Heinz Mathis und Adjudant Beat Brunner mit einem kleinen Präsent, im Namen der Seniorendrehscheibe Emmen, für die Zeit die sie sich genommen haben, uns ausführliche und interessante Informationen über die Feuerwehr Emmen zu vermitteln.

Bericht: Paul Ott           Fotos: Peter Fahrni

Donnerstag, 10. März 2022

Besuch der Bio Familia in Sachseln

Alle 20 Teilnehmenden  trafen sich pünktlich um 13.00 Uhr auf dem Mooshüsliparkplatz.  Nach einer kurzen Begrüssung, der Orientierung über die Hygienevorschriften der Bio Familia und der Information über unsere nächsten Anlässe, fuhren wir, verteilt auf einige Autos, nach Sachseln.

Dort wurden wir von Martin Ettlin und Gerald Nestler herzlich empfangen. Im Panoramasaal erfuhren wir viel Wissenswertes über die Bio Familia, über Müesligeschichte und die Produktion von Müesli. Die Bio-Familia AG wurde im Jahr 1954 in Sachseln von Georg und Anny Hipp gegründet.  Anfänglich wurden Kindernahrungsmittel der Firma Hipp abgefüllt. Nach intensiven Verhandlungen mit der Familie Bircher wurde 1959 das europaweit erste, biologische Birchermüesli mit dem Markennamen »Familia» auf den Markt gebracht. Jetzt begann das Bio-Birchermüesli seinen Siegeszug rund um die ganze Welt. Bis heute entwickelt Bio Familia, nach und nach, eine grosse Anzahl von Produkten für die spezifischen Bedürfnisse von Erwachsenen, Kindern und Sportlern. Heute beschäftigt das Unternehmen ca. 210 Mitarbeiter, die fast 14´000 Tonnen Müesli in über 150 Rezepturen und mit über 250 Rohstoffen produzieren und in über 40 Länder auf allen Kontinenten exportieren.

Nachdem wir uns alle mit Hygienemänteln und Schutzhauben eingekleidet hatten, durften wir mit unseren beiden sehr kompetenten Führern den Betrieb besichtigen. Unterwegs beeindruckten uns vor allem die Anlagen in der Extrusion, mit dem Extruder und der Rösttrommel, die Bäckerei mit den 50m langen Backöfen, die Nussrösterei mit ihrem 80 Jahre alten Nussröster und der Handverleserei der Mandeln und Nüsse, die Verpackerei mit den Abfüllmaschinen und den Kartonverpackungsautomaten, bis hin zur automatischen Palettierung. Beeindruckend waren auch die Hygiene und Sauberkeit, die wir überall bemerken konnten.

 

Der Rundgang endete dann im Fabrikladen, wo alle einen Sack mit Musterpackungen und einen Gutschein für ein Müesli nach Wahl erhielten. Die vollen Säcke, die aus dem Fabrikladen getragen wurden, zeigten mir, dass auch noch andere Muesli bei den Teilnehmern sehr beliebt sind und darum fleissig gekauft wurden.

Die begeisterten Rückmeldungen, die ich nach dem Besuch bei der Bio Familia erhalten habe, haben mich persönlich sehr gefreut. Darum leite ich euren und meinen Dank gerne an die Geschäftsleitung der Bio Familia und die beiden Begleiter Martin Ettlin und Gerald Nestler weiter.

Bericht: Paul Ott           Fotos: Peter Fahrni

Donnerstag, 15. Februar 2022

Besuch bei der IG ARBEIT in Emmenbrücke

 

Das Schlüsselwort der IG Arbeit heisst «Arbeitsintegration». Gleich zum Anfang dieses Kurzberichtes darf und muss es gesagt sein: bis in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts war eine derartige Interessengemeinschaft nicht notwendig. Möglichst alle, auch nicht 100-prozentig leistungsfähige Erwachsene in den Arbeitsprozess einzubeziehen, war eine selbstverständliche und vornehme Aufgabe der Gesellschaft und der Wirtschaft. Mit dem zunehmenden und heute dominierenden Profitdenken wurden diese Aufgaben fast ausschliesslich dem Staat zugewiesen.

Die IG Arbeit ist eine jener Institutionen, die diese Aufgabe übernimmt und die Lücke füllt. Sie bringt Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zurück an die Arbeit und verhilft ihnen so zu einem oft für lange Zeit verloren gegangenen Selbstwertgefühl und zu klaren Tagesstrukturen. Die Mittel dafür sind Arbeit, Ausbildung und Beratung. Die Geschäftsadresse der IG Arbeit ist die Unterlachenstrasse 9 in Luzern, angesiedelt ist sie jedoch auch in Nylon 7 der Viscosistadt in Emmenbrücke.

Die Eingliederungsmassnahmen der IG Arbeit sind sehr vielfältig. Sie führt viele Betriebe in diversen Branchen, Werkstätten und Gastronomiebetriebe, ein Seminarhaus und eine so genannte Auftragsbörse, ein Brockenhaus und einen Büroservice. Ich verweise auf die internet home page: www.igarbeit.ch.

Neben attraktiven anspruchsvollen Arbeitsplätzen bietet die IG Arbeit auch solche an, die einen niederschwelligen Eintritt ermöglichen. Dauerarbeitsplätze in ihren Sozialfirmen sorgen für die Erhaltung der Leistungsfähigkeit und für die Integration in die Arbeitswelt. In all den Betrieben der IG Arbeit stehen rund 200 Arbeitsplätze sowie 40 Abklärungs-, Ausbildungs- und Trainingsplätze zur Verfügung.

Thomas Amstutz, der Leiter Profitcenter Viscosistadt, führte die Teilnehmer der SDE beim Besuch am 15. Februar durch das in stetem Wandel begriffene Areal der früheren Viscosuisse. Hier angesiedelt ist der Hauptstützpunkt der Gastronomie, das Restaurant Nylon 7, mit Catering und Take Away. Zudem sind hier – angedacht, im Aufbau oder bereits in Betrieb – u. a. ein Textilatelier, eine Schreinerei sowie der Büro-Service mit Montagearbeiten und Verpackung. Die anschliessende, umfassende Präsentation der Institution IG Arbeit war für alle Anwesenden neu und spannend.

Die Beantwortung offener Fragen durch Thomas Amstutz und interessante Gespräche beim Apéro im Nylon 7 rundeten diesen hervorragenden Anlass ab. Herzlichen Dank für den Apéro und für die Organisation dieses Besuchs.

Bericht: Hans Heer            Fotos: Peter Fahrni